Fünf Schritte zu einer guten Konfliktbewältigung

Die folgenden Schritte sollen Ihnen helfen, in biblischer Weise mit Konflikten umzugehen:

1. Schritt

Beim ersten Schritt geht es zunächst darum, Hoffnung zu wecken, dass sich die Situation verändern kann. Es muss nichts so bleiben, wie es ist. Schauen Sie nicht wie versteinert zurück und waschen die schmutzige Wäsche der Vergangenheit, sondern orientieren Sie sich nach vorn! Die Zukunft soll besser werden, wagen Sie es neu, Gemeinde zu sein, entwickeln Sie eine gemeinsame Perspektive! Die Schlüsselfrage in dabei heißt: Was wünschen wir uns?

2. Schritt

Beim zweiten Schritt geht es um die Entwicklung eines "Wir-Gefühls". Trotz unserer Unterschiede bleiben wir beieinander. Wir finden ein Verständnis füreinander und begreifen uns als eine Gemeinde. Wir entwickeln Vertrauen, Offenheit und werden ehrlich voreinander. Dieser Raum der gegenseitigen Geborgenheit schafft die Sicherheit, einen Konflikt angehen zu können. Deshalb fragen wir danach: Was ist uns gemeinsam? Auf was sind wir stolz?

3. Schritt

Im dritten Schritt wird der "eingefrorene Zustand" aufgetaut. Das, was bisher im Verborgenen nur unterschwellig da war, wird Stück um Stück hervorgeholt und angeschaut. Die verhärteten Fronten werden weich gemacht. Wir gehen uns nicht mehr aus dem Weg, sprechen Vorbehalte an und Schuldvorwürfe aus. Altlasten werden ausgegraben und die heiklen Bereiche kommen auf den Tisch. Wir fragen uns: Was bedauern wir?

4. Schritt

Da jetzt vielleicht viel zusammenkommt, müssen wir im vierten Schritt herausfinden, wo das Grundproblem liegt. Haben die Schwierigkeiten eine Wurzel, gab es einen gemeinsamen Anfang? Der Konflikt - oder die unterschiedlichen Konfliktherde - werden reduziert durch die Frage: Was wollen wir bearbeiten? Wo haben wir ein gemeinsames Interesse an der Klärung?

5. Schritt

Jetzt erst, im fünften Schritt, geht es dem Konflikt zu Leibe, jetzt beginnt die Arbeit des Streitens - eine sinnvolle und wichtige Arbeit, die dann erfolgreich ist, wenn die Bereitschaft zu einer Veränderung besteht, wenn aufeinander gehört wird und man mit großem Respekt voreinander die strittigen Bereiche bearbeitet. Um zu einer positive Konfliktlösung zu kommen, darf man die Frage nicht aus dem Auge verlieren: Welches Ziel wollen wir erreichen?

Die Konflikte in unseren Gemeinden bekommen einen anderen Stellenwert, wenn wir unsere Ziele im Blick haben. Da unser Ziel aber heißt, beziehungsstarke Gemeinde zu bauen, gehört das Ringen um Positionen, die gegensätzliche Meinung, die Klärung von Missverständnissen und der Streit um Sachfragen dazu. Der Konflikt ist ein wesentlicher Beitrag auf dem Weg zu einer tragfähigen und guten Beziehung!